First Mover, Early Follower und Late Follower
Laufzeit: Oktober 2010 – September 2013
Für eine nachhaltige Entwicklung sind weit reichende Umweltinnovationen, die internationale Märkte rasch durchdringen, erforderlich. Entscheidend hierbei ist, dass Lead Markets (Leitmärkte) entwickelt und ausgeweitet werden, weil technologisches Lernen in Lead Markets rasch erfolgt. Dies führt dazu, dass die internationale Verbreitung von Innovationen beschleunigt wird. Schwellenländer mit dem Potenzial, eine technologische Führerschaft zu übernehmen, können ggf. alternative Strategien zu einer „First Mover“-Rolle (Vorreiterrolle) verfolgen.
Ziele und Aufgaben
Das Projekt entwickelt den Lead-Market-Ansatz weiter, um Wissens- und Entscheidungsgrundlagen, handlungsrelevante Konzepte und umsetzbare Handlungsstrategien bereitzustellen.
Erkenntnisgegenstand sind die nationalen Lead-Market-Strategien, deren Voraussetzungen und die damit verbundenen Erwartungen. Zu beantwortende Fragen sind: Warum nehmen manche Länder eine Vorreiterrolle ein, warum warten andere Länder ab? Wie lassen sich Lead-Market-Strategien (auch längerfristig) ökonomisch bewerten?
Das Projekt berücksichtigt die ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimensionen von Nachhaltigkeit wie folgt: Wettbewerbsfähigkeit wird als Indikator ökonomischer Nachhaltigkeit berücksichtigt. Umweltaspekte werden über den Projektfokus auf Umweltinnovationen integriert. Die Perspektive auf Schwellenländer umfasst u. a. die Dimension internationaler Fairness.
Basierend auf den theoretischen Vorüberlegungen erarbeitet das Projekt eine Checkliste, die als Grundlage für Fallstudien verwendet werden soll. Diese Checkliste enthält Kriterien für die Strategiewahl von Ländern bezüglich Lead Markets für Umweltinnovationen.
Darauf aufbauend werden Fallstudien für ausgewählte Technologiefelder wie beispielsweise Elektromobilität, Biokraftstoffe und Energieeffizienz durchgeführt. Die Fallstudien erstrecken sich sowohl auf Deutschland und Europa als auch auf die BRICS Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika).
Für die einzelnen Fallstudienländer werden konkrete Lead-Market-Strategien herausgearbeitet. Neben den vorhandenen Win-Win-Situationen für die betroffenen Akteure werden auch die Zielkonflikte zwischen den Dimensionen von Nachhaltigkeit aufgezeigt. Daraus werden Strategien zur Überwindung der Konflikte abgeleitet. So werden Erfolgsfaktoren und geeignete Lead-Market-Strategien ermittelt, die die ökonomischen und ökologischen Potenziale einer internationalen Marktdurchdringung erschließen.
Abschließend werden in einer Methodenreflektion die Möglichkeiten und Grenzen der ökonomischen Modellierung von Lead Markets diskutiert.
Anwendung
Es sollen Politikempfehlungen erarbeitet werden, die die Ausbreitung von Märkten für ökoeffiziente Technologien systematisch verbessern und damit auch die Problemlösungskapazität politischer und ökonomischer Akteure steigern.
Durch Workshops mit Praxispartnern möchte das Projekt dazu beitragen, dass sich Deutschland, die Europäische Union, aber auch andere Staaten im globalen Wettbewerb um Märkte für nachhaltige Technologien positionieren.
Verbundpartner
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
Forschungsbereich Umwelt- und Ressourcenökonomik
Dr. Klaus Rennings
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung
Dr. Rainer Walz
Freie Universität Berlin
Forschungsstelle für Umweltpolitik
Dr. Klaus Jacob