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Responsive Steuerung von Innovationsverhalten für Nachhaltigkeit

Laufzeit: September 2010 – August 2013

Der Staat setzt auf unterschiedliche Weise Anreize, um Innovationsprozesse anzustoßen. Damit die Innovationen auch zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen, sind geeignete Steuerungsmöglichkeiten (Governance-Arrangements) zu erkunden und zu implementieren. Die Steuerung sollte responsiv erfolgen, um auf lernende Prozesse in Unternehmen einwirken zu können. D.h. die Wahrnehmungs- und Anreizsituation der Adressaten ist auf flexible Weise in die Gestaltung des Regelungsrahmens einzubeziehen.

Ziele und Aufgaben
Im Fokus des Projekts stehen die Rahmenbedingungen, unter denen Unternehmen Innovationen auf den Weg bringen; und zwar in den Bereichen Chemikalien/Nanomaterialien (REACH) und Gentechnik (GenTG).
Das Projekt untersucht die bestehende Regulierung und ihre Wirkung auf das Innovationsverhalten der Unternehmen. Im Zentrum steht die Frage, welche Anreize und Hemmnisse sich für die Akteure des Innovationsgeschehens aus der bestehenden Rechtslage ergeben und welche alternativen Gestaltungsoptionen stärkere Impulse in Richtung Nachhaltigkeit vermitteln könnten.
Der Ansatz der responsiven Steuerung stützt sich auf eine Institutionenanalyse, deren Fokus auf die spezifischen Beiträge der jeweiligen individuellen Akteure gerichtet ist: Dabei ist zu berücksichtigen, dass in Unternehmen unterschiedliche Akteure an Entscheidungen beteiligt sein können, die unterschiedliche Präferenzen, Verhaltensweisen und kognitive Grenzen aufweisen können, die sie an nachhaltigen Innovationen hindern oder sie darin besonders fördern. Dieser Ansatz wird empirisch über qualitative und quantitative Befragungen sowie über Planspiele und Experimente unterfüttert, um unterschiedliche Regelungsalternativen evaluieren zu können.
Am Ende des Projekts stehen Empfehlungen dazu, wie der Staat steuernd in das Innovationsverhalten der Akteure eingreifen kann. Diese staatliche Intervention ist wichtig, damit die Akteure Nachhaltigkeitsaspekte bereits in der Entwicklung von Innovationen systematisch berücksichtigen und lernend nach überlegenen Optionen suchen. Auch die responsive Steuerung durch den Staat ist als lernender Prozess zu verstehen, der so zu organisieren ist, dass er effektiv und effizient auf neue Regelungslücken reagiert.


Anwendung
Im Theoriebereich ergänzt das Vorhaben die Nachhaltigkeitsökonomik um eine verhaltenstheoretisch fundierte, responsive Steuerungstheorie für Innovationen entlang von Wertschöpfungsketten. Für die politische und rechtliche Praxis steuert das Vorhaben Erkenntnisse zur Wirkung unterschiedlicher Instrumentenmixes in der Regulierung von Chemikalien, der Nanomaterialien sowie der Gentechnik bei und liefert eine Fortentwicklung des Rechts im Sinne einer responsiven Regulierung. Für Unternehmen werden konkrete Maßnahmen des betrieblichen Controlling innovativer Unternehmen entwickelt.
Es finden themenspezifische Workshops statt, die dazu dienen, den beteiligten Unternehmen und Verbänden den jeweiligen Arbeitsstand vorzustellen und mit ihnen zu diskutieren. Eine Fachtagung zu Projektende speist die Ergebnisse in wissenschaftliche und politische Netzwerke ein.

Verbundpartner
Georg-August-Universität Göttingen
Professur für Wirtschaftspolitik
Prof. Dr. Kilian Bizer

Hochschule Darmstadt
Professur für Öffentliches Recht
Prof. Dr. Martin Führ

Ansprechpartner

  • Prof. Dr. Kilian Bizer

    • Georg-August-Universität Göttingen, Professur für Wirtschaftspolitik und Mittelstandsforschung
    • Platz der Göttinger Sieben 3
    • 37073 Göttingen
    • Telefonnummer: +49 551 - 394626
    • Faxnummer: +49 551 - 39 19558
    • E-Mail-Adresse: lehrstuhl.bizer@wiwi.uni-goettingen.de
    • Homepage: http://www.resina-projekt.de