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Effiziente inter- und intragenerationell gerechte Nutzung von Ökosystemdienstleistungen

Laufzeit: Juli 2010 – März 2013

Ökosysteme erbringen eine Vielzahl für den Menschen lebensnotwendiger und ökonomisch wertvoller Dienstleistungen. Ein Beispiel dafür sind marine Ökosysteme, die für die Bereitstellung von Nahrungsmitteln sowie für die Bewahrung der globalen Artenvielfalt von enormer Bedeutung sind. Gleichzeitig hat ihre Überfischung negative Konsequenzen sowohl für die Nahrungsmittelversorgung als auch für den Artenschutz. Eine nachhaltige Nutzung von Ökosystemdienstleistungen erfordert deshalb die Analyse und Minimierung von bestehenden Zielkonflikten.

Ziele und Aufgaben
Das Projekt erforscht Zielkonflikte bei der Nutzung von Ökosystemdienstleistungen und deren Auswirkungen auf die Verantwortungsstrukturen wirtschaftlicher und politischer Akteure. Es soll zur Verbesserung der Biodiversitäts- und
Fischereipolitik beitragen.
Zielkonflikte können zwischen inter- und intragenerationeller Gerechtigkeit sowie ökonomischer Effizienz bestehen. Untersucht wird, wie sich diese Konflikte auf wirtschaftliche und politische Entscheidungen auswirken. Eine besondere Rolle spielen dabei Faktoren von Unsicherheit und die ökologisch-ökonomische Systemdynamik.
In einem ersten Schritt werden die etablierten Gerechtigkeits- und Effizienzkonzepte aufgearbeitet. Darauf aufbauend wird Nachhaltigkeit als Verantwortung heutiger Akteure konzeptionalisiert und für die beiden konkreten Anwendungsfälle Biodiversitäts- und Fischereipolitik nutzbar gemacht.
In einem zweiten Schritt geht es darum, Institutionen und Instrumente der Nachhaltigkeitspolitik im Hinblick auf Gerechtigkeit und Effizienz zu beurteilen. Hierzu werden verschiedene Modelle verwendet, die dabei helfen, die Frage zu beantworten, inwiefern bestehende und neuartige Institutionen und Politikinstrumente grundsätzlich zur Erreichung einer inter- wie intragenerationell gerechten und effizienten Nutzung von Ökosystemdienstleistungen unter Unsicherheit geeignet sind. Anschließend wird ermittelt, wie Institutionen und Instrumente ausgestaltet sein müssen, um die Wahrnehmung von Verantwortung für Nachhaltigkeit bei der Nutzung von Ökosystemdienstleistungen am besten zu unterstützen.
In einem dritten Schritt werden Empfehlungen für konzeptionell fundierte und konkret umsetzbare volkswirtschaftliche Handlungsstrategien zur Gestaltung von Institutionen und Instrumenten für eine nachhaltige Biodiversitäts- und Fischereipolitik erarbeitet.


Anwendung
Im Projekt werden Politik- und Umsetzungsempfehlungen für die Konkretisierung der UN-Konvention über Biologische Vielfalt und deren Weiterentwicklungsprozess sowie für die Regulierung der Fischerei in Nord- und Ostsee entwickelt. Diese fließen während verschiedener Anwendungsworkshops als Entscheidungsgrundlagen für eine nachhaltige Biodiversitäts- und regionale Fischereipolitik an die Praxispartner des Vorhabens zurück.
Außerdem lassen sich die Ergebnisse verallgemeinern auf die nachhaltige Nutzung und Bewahrung anderer Ökosystemdienstleistungen wie z. B. Nahrungsmittelproduktion in terrestrischen Ökosystemen, regenerative Energiegewinnung, Wasserkreislaufregulierung oder Klimastabilisierung.

Verbundpartner
Leuphana Universität Lüneburg
Department Nachhaltigkeitswissenschaften
Prof. Dr. Stefan Baumgärtner

Universität Kiel
Institut für Volkswirtschaftslehre
Prof. Dr. Martin Quaas

Ansprechpartner

  • Prof. Dr. Stefan Baumgärtner

    • Leuphana Universität Lüneburg, Department Nachhaltigkeitswissenschaften
    • Scharnhorststr. 1
    • 21335 Lüneburg
    • Telefonnummer: +49 4131 - 6772600
    • E-Mail-Adresse: baumgaertner@uni-leuphana.de