CERPA

Internationale Märkte für zertifizierte Schutzleistungen

Laufzeit: August 2010 – September 2013

Netzwerke von Schutzgebieten sind wichtig, um biologische Vielfalt zu erhalten. Gleichzeitig sind Ökosysteme mit hoher Biodiversität besser gegen Störungen von außen geschützt. Dies betrifft insbesondere die Anpassungsfähigkeit an Folgen des Klimawandels. Viele artenreiche Ökosysteme befinden sich auf dem Territorium von Entwicklungsländern, deren lokale Bevölkerung Ökosystemleistungen nutzt, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Einen Weg, den Interessenskonflikt zwischen Armutsbekämpfung und Erhalt der Biodiversität aufzulösen und die existierende Finanzierungslücke für Schutzleistungen zu schließen, stellen international handelbare Zertifikate für Schutzzonen dar.

Ziele und Aufgaben
Ziel von CERPA ist zu prüfen, inwieweit marktbasierte Instrumente für die Finanzierung von Ökosystemleistungen praktikabel sind.
Es soll aufgezeigt werden, welche Kombination von marktbasierten Instrumenten und Regulierungen geeignet ist, Biodiversität in Entwicklungsländern zu erhalten und gleichzeitig die Kosten international gerecht zu verteilen. Prämisse ist, Mechanismen zu finden, welche die soziale, ökonomische, ökologische und institutionelle Dimension der Nachhaltigkeit berücksichtigen und dabei die Abhängigkeit der armen Bevölkerungsgruppen von den direkten Ökosystemleistungen (Holz, Fisch, Nahrung, Wasser) einkalkulieren.
Hierzu untersucht CERPA insbesondere die Rückkopplungseffekte zwischen naturwissenschaftlich-technischen und sozioökonomischen Systemen in ausgewählten Naturschutzgebieten des südlichen Afrika.
Das Projekt gliedert sich in vier Phasen. In Phase I werden praktizierte marktbasierte Instrumente zum Naturschutz begutachtet und bewertet. Dabei sollen geeignete Institutionen und Mechanismen zur Steuerung eines nachhaltigen Landnutzungsmusters auf verschiedenen politischen Entscheidungsebenen identifiziert werden. Ziel der Phase II ist es, mithilfe von Fallstudien in Namibia und Tansania Zertifizierungkriterien und praktikable handelbare Schutzzonen-Zertifikate zu entwickeln.
In Phase III wird auf der Grundlage naturwissenschaftlicher Wasserhaushaltsmodelle und ökonomischer Regionalmodelle eine tragfähige Governance-Struktur konzipiert. Hierbei geht es v.a. darum, die Zahlungs- und Kooperationsbereitschaft verschiedener Akteure zur Finanzierung von Schutzzonen zu beurteilen und deren Präferenzen für verschiedene Naturschutzprojekte und Ökosystemleistungen zu erforschen. Aus den Ergebnissen von Phase III werden in Phase IV Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger abgeleitet.


Anwendung
Die an politische Entscheidungsträger gerichteten Empfehlungen sollen dazu beitragen, internationale Umweltabkommen erfolgreich zu entwickeln und zu verhandeln.
Durch die Realisierung marktbasierter Regime zum Naturschutz könnten Finanzmittel für einen effektiven Naturschutz in Entwicklungsländern freigesetzt werden. Die Entwicklung eines integrierten Konzepts zum Wasserressourcenmanagement kann kurzfristig die Verfügbarkeit von Wasser erhöhen und längerfristig stabilisierend wirken. Das trägt dazu bei, die Vulnerabilität von Regionen zu verringern und Ressourcen gerechter zu verteilen. Die Verwertung der Modellsysteme als Planungsinstrument soll durch geschultes Personal in den Partnerländern erfolgen. Handelbare Schutzzonenzertifikate sind innovative Märkte, die für die lokale Bevölkerung in Entwicklungsländern zusätzliche Einkommen schaffen können.

Verbundpartner
Leibniz Universität Hannover
Institut für Umweltökonomik und Welthandel
Prof. Dr. Ulrike Grote

Ansprechpartner

  • Prof. Dr. Ulrike Grote

    • Leibniz Universität Hannover, Institut für Umweltökonomik und Welthandel
    • Welfengarten 1
    • 30167 Hannover
    • Telefonnummer: +49 511 - 762 4185
    • Faxnummer: +49 511 - 762 3456
    • E-Mail-Adresse: grote@iuw.uni-hannover.de
    • Homepage: http://www.cerpa.uni-hannover.de/